YER-Studie zeigt: Zufrieden im Job, aber offen für den Absprung

YER-Studie zeigt: Zufrieden im Job, aber offen für den Absprung

Von schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen über fehlende Arbeitsplatzkultur bis hin zu einer resignativen Grundstimmung: Obwohl es derzeit reichlich Gründe für Unzufriedenheit auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt, sind 75 Prozent der Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen eher bis sehr zufrieden (2025: 83 Prozent). Dies zeigt die repräsentative Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 des Personaldienstleisters YER Deutschland, die in Zusammenarbeit mit YouGov unter 2.044 Arbeitnehmer:innen mit akademischer Ausbildung in Deutschland durchgeführt wurde. Während auch im zehnten Jahr der Erhebung die Zufriedenheit auf einem hohen Niveau bleibt, steigt gleichzeitig die Wechselbereitschaft weiter an. Die Studie offenbart außerdem: Gehalt ist nicht (mehr) alles, Homeoffice ist kein Produktivitätskiller und fehlende Passgenauigkeit im Job kostet Leistung.

Risiko für Arbeitgeber: Wechselbereitschaft von Zufriedenheit entkoppeltDie Studienergebnisse offenbaren: Trotz hoher Jobzufriedenheit steigt die Wechselbereitschaft seit Jahren konsequent an. In diesem Jahr planen 14 Prozent der Befragten einen Jobwechsel in den nächsten sechs Monaten, weitere 27 Prozent ziehen diesen zumindest in Betracht. Damit liegt die potenzielle Wechselbereitschaft bei insgesamt 41 Prozent – ein Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig kehrt das Bewusstsein unter den Arbeitnehmenden für einen sicheren Arbeitsplatz zurück und dass, obwohl sie eher offen für einen Jobwechsel sind. So gaben zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Akademiker:innen an, dass ihnen ein gesichertes Arbeitsverhältnis wichtiger als ein hohes Einkommen ist. Im Jahr 2025 lag dieser Wert 12 Prozentpunkte niedriger (55 Prozent).

„Zufriedenheit ist heute kein verlässlicher Indikator mehr für Bindung. Viele Unternehmen erkennen wechselwillige Mitarbeitende nicht mehr an klassischen Signalen wie sinkender Motivation. Oft wird die Wechselabsicht erst sichtbar, wenn die Kündigung bereits ausgesprochen ist“, so Philipp Riedel, CEO von YER Deutschland. „Gleichzeitig reagieren die Beschäftigten sensibel auf ein von Unsicherheit geprägtes Umfeld. Sie suchen Stabilität, bleiben aber gleichzeitig offen für bessere Optionen. Diese Gleichzeitigkeit wird den Arbeitsmarkt auch in Zukunft prägen.“

Vom Lohn zur Lebensqualität: Gehalt ist nicht alles

Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität werden nicht mehr ausschließlich über das Gehalt definiert. Zwar bleibt eine angemessene Vergütung mit 53 Prozent auch im Jahr 2026 der wichtigste Faktor für Arbeitszufriedenheit, aber die Werte sinken laut vorliegender Studie seit Jahren deutlich. 2023 lag der Faktor Gehalt bei 62 Prozent, 2024 waren es 56 Prozent und 2025 nur noch 51 Prozent. Dafür holen weitere Top-Faktoren für Arbeitszufriedenheit auf. In diesem Jahr wurden flexible Arbeitszeiten (35 Prozent), mehr Urlaubstage (28 Prozent), ein flexibler Arbeitsort (27 Prozent) sowie sinnstiftende Tätigkeiten (26 Prozent) genannt.

Arbeiten im Homeoffice: Produktiv ohne Bürozwang

Die Studie zeigt zudem, dass sich flexible Arbeitsformen wie Homeoffice längst etabliert haben und von den Beschäftigten aktiv genutzt werden. Die anfängliche Befürchtung von Arbeitgebern, Angestellte im Homeoffice sind weniger leistungsorientiert als vor Ort im Unternehmen, bewahrheitet sich nicht. So gibt jeder Zweite (51 Prozent) an, am heimischen Schreibtisch sogar konzentrierter arbeiten zu können. 67 Prozent empfinden durch das flexible Arbeiten im Homeoffice eine erhöhte Lebensqualität, ähnlich viele (63 Prozent) spüren eine positive Auswirkung auf ihre Leistungsfähigkeit. Jedoch gibt es auch Schattenseiten. So geben 52 Prozent an, trotz Krankheit im Homeoffice eher weiterzuarbeiten, weil es „irgendwie geht“. 46 Prozent melden sich auch dann nicht krank, wenn sie kranke Kinder versorgen oder Angehörige pflegen müssen. Dafür gibt etwas weniger als die Hälfte der Befragten (44 Prozent) zu, während der Arbeitszeit kleinere Haushaltsaufgaben wie Wäsche oder Aufräumen zu integrieren.

In Summe zeigen die Ergebnisse, dass ortsunabhängiges Arbeiten längst Teil des Joballtags ist und nicht im Widerspruch zur Leistungsbereitschaft steht. Vielmehr verschiebt sich die Diskussion zunehmend hin zu Fragen von Vertrauen, Selbstorganisation und Ergebnisorientierung. Darüber hinaus ist die Mehrheit der Beschäftigten grundsätzlich leistungsbereit, arbeitet gerne (76 Prozent) und fühlt sich dem Unternehmenserfolg (62 Prozent) verpflichtet. Fast jede zweite Person (46 Prozent) möchte sogar mehr Verantwortung im eigenen Unternehmen übernehmen.

Das unterschätzte Problem: Mismatch kostet Leistung

Neben Zufriedenheit und Wechselbereitschaft zeigt die Arbeitszufriedenheits-Studie ein strukturelles Problem auf dem deutschen Arbeitsmarkt: die mangelnde Passung zwischen Fachkräften und ihren Aufgaben. Denn laut Befragung geben 27 Prozent der Beschäftigten an, unterfordert zu sein oder ihre Fähigkeiten nicht vollständig einsetzen zu können. Dieser Wert ist seit Jahren stabil und bleibt auch im zehnten Jahr der Umfrage bestehen.

„Wir sprechen hierzulande schon lange über den bestehenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig zeigen unsere Daten: Ein erheblicher Teil der Mitarbeitenden könnte mehr leisten, wenn Aufgaben, Rollen und Kompetenzen besser zusammenpassen. Hier liegt ein enormes Potenzial für Unternehmen, das oftmals nicht gehoben wird“, sagt Philipp Riedel.

Neu denken: Führung im Dauerkrisen-Modus

Auch die Erwartungen an Führung verändern sich. So zählen Empathie und Entscheidungsfähigkeit mit jeweils 33 Prozent zu den wichtigsten Eigenschaften von Führungskräften. Dies macht deutlich: In einem von Unsicherheit geprägten Umfeld erwarten Beschäftigte keine kurzfristige Orientierung von ihrem Management, sondern klare Entscheidungen, Stabilität und Vertrauen.

Zur YouGov-Studie „Arbeitszufriedenheit 2026“

Bereits seit 2016 wird die „Arbeitszufriedenheit in Deutschland“ durchgeführt. Dafür befragte das Marktforschungsunternehmen YouGov im Befragungszeitraum März 2026 insgesamt 2.044 Arbeitnehmer:innen online zu unterschiedlichen Aspekten von Jobzufriedenheit und der Arbeitswelt.

Über YER Deutschland

Ambitions in Motion: Der Claim der seit 1987 tätigen YER Group steht international sowohl für die Unternehmensmission als auch für den eigenen Spirit. Die Personalberatung bringt mit ihrem Know-how über die Anforderungen einer dynamischen Arbeitswelt sowie ihrem umfassenden Branchenwissen ambitionierte Fachkräfte und Organisationen aus den Zukunftsbranchen Tech, Mobility, Energy und Public zusammen. Seit Juni 2025 agieren die Unternehmen AVANTGARDE Experts und Staffxperts gemeinsam als YER Deutschland. Rund 300 interne Mitarbeitende unterstützen an den Standorten München, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Köln, Rostock, Bochum und Mannheim Automobilhersteller, -zulieferer, OEMs sowie Industrie-, Energie- und Digitalkonzerne deutschlandweit bei der Suche nach den besten Talenten. Mit der YER Group ist das Unternehmen zudem international an Standorten in den Niederlanden, Belgien und den USA vertreten.

Der Recruiting-Spezialist, der auf der Lünendonk-Liste 2025 der größten 25 Zeitarbeitsunternehmen nach Inlandsumsatz in Deutschland gelistet ist, bietet mit den Vertragsmodellen Arbeitnehmerüberlassung, Freelancing, Direktvermittlung und Werkvertrag maßgeschneiderte Personallösungen, die den Flexibilitätsbedürfnissen von Organsiationen sowie gefragten Expert:innen gleichermaßen gerecht werden. Dank der Unterstützung im gesamten Recruiting-Prozess leistet YER für seine Unternehmenskunden einen wertvollen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg – Kandidat:innen steht zudem ein langfristiger Partner zur Seite, der Karrieren auf das nächste Level hebt.

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