Sparer warten auf höhere Zinsen! Vergeblich?

von Michael Schneider, Leiter Vermögensberatung der Sparda-Bank Nürnberg

“Jetzt muss es doch endlich wieder aufwärts gehen, mit den Sparzinsen”, höre ich immer wieder von Kunden, die sich nach der konjunkturellen Erholung nun händeringend nach einer Erholung der Zinsniveaus sehnen. Viele Sparer haben ihr Vermögen in Tagesgeld oder auf dem Sparbuch geparkt, um dann in Festgeld oder Sparbriefe zu investieren, sobald es sich wieder lohnt. Nun warten sie schon einige Jahre auf die Zinserhöhung – aber sie kommt nicht. Ganz im Gegenteil: die Zinsen sinken immer weiter.

Auf Tagesgeldkonten und auf Sparbüchern gibt es natürlich nach wie vor Zinsen, diese sind aber so gering, dass die Sparer ganz real Geld verlieren. Die Fachleute sprechen dann von “negativer Realverzinsung”. Gemäß den aktuellen Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank lag der durchschnittliche Zinssatz für täglich verfügbares Guthaben Ende 2012 bei 0,57 Prozent p.a. Dem steht eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent gegenüber. Anders gesagt: Sparer verlieren jedes Jahr 1,43 Prozent von ihrem Ersparten. Wenn Sparzinsen und Inflationsrate so bleiben, kann man mit 100 Euro Sparguthaben in zehn Jahren nur noch Waren im Wert von 85,70 Euro kaufen.

Wann erhalten Sparer wieder Sparzinsen, die über der Inflationsrate liegen?

Das ist seriös nicht vorhersehbar. Vieles spricht jedoch dafür, dass es in absehbarer Zeit keine deutlichen Zinsanstiege geben wird. Erinnern wir uns: Auslöser für das aktuell niedrige Zinsniveau war das Platzen der Dotcom-Blase am Aktienmarkt im Jahr 2000. Im Schnitt verloren Technologieunternehmen innerhalb von 2 Jahren 80 Prozent ihres Wertes. Um eine drohende Rezession der Wirtschaft abzuwenden, wurden Zinsen massiv gesenkt. Verschärft wurde diese Niedrigzinspolitik durch die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 und die damit einhergehenden Verwerfungen an den Finanzmärkten.
In Japan platzte schon 1990 die sogenannte Nikkei-Blase am japanischen Aktienmarkt. Die japanische Staatsbank senkte daraufhin ihre Zinsen, so wie es aktuell die Europäische Zentralbank gemacht hat. Heute, 22 Jahre später, liegt in Japan das Zinsniveau im 1-Jahresbereich immer noch bei niedrigen 0,4 Prozentpunkten. Ähnliches ist auch in Europa und damit in Deutschland zu erwarten.

Fazit: Dennoch lohnt sich das Sparen auch heute noch – nur eben nicht mit dem Sparbuch und Tagesgeld. Mit einer sinnvollen Vermögensstrukturierung können Sparer nach wie vor Renditen erzielen. Ein Mix aus inflationsgeschützten Sachwerten, Ertragswerten und Substanzwerten (z.B. Investmentfonds) hat bereits in den vergangenen Krisenjahren Renditen ermöglicht und diese Vermögensstrukturierung wird auch in der Zukunft die Chance auf eine ansehnliche Rendite wahren. Das Gespräch mit einem Anlageexperten, dem man als Kunde vertrauen kann, ist heute wichtiger denn je. Renditeversprechen kann niemand geben, der sich um eine seriöse Privatkundenberatung bemüht. Aber eines kann man mit Sicherheit sagen: Abwarten zum jetzigen Zeitpunkt ist verkehrt. Abwarten heißt, sehenden Auges in die reale Verlustzone der Kaufkraft abzurutschen. Jetzt ist Handeln das Gebot der Stunde.

Daten und Fakten zur Sparda-Bank Nürnberg
Die 1930 gegründete Sparda-Bank Nürnberg eG ist die größte genossenschaftliche Bank in Nordbayern und mittlerweile mit 22 Filialen in der gesamten Region vertreten – Tendenz steigend. Heute ist die Sparda-Bank Nürnberg eG eine Direktbank mit Filialen; das heißt, sie verbindet die Vorteile einer Direktbank (günstige Konditionen und einfache Abwicklung) mit den Vorteilen einer Filialbank (qualifizierte und persönliche Beratung).
Das wissen die Kunden zu schätzen: Schon zum 20. Mal in Folge wurden die Sparda-Banken bei der unabhängigen Umfrage “Kundenmonitor Deutschland” von der ServiceBarometer AG zu der Bank mit den zufriedensten Kunden gewählt. Die Sparda-Bank Nürnberg hat insgesamt über 185.000 Mitglieder. Viele der neuen Mitglieder gehen auf Empfehlung zufriedener Sparda-Kunden zur Sparda-Bank Nürnberg. Die Bilanzsumme der Bank betrug 2011 rund 3,2 Milliarden Euro.

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