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Okt
09

Schwarmintelligenz für die Smart Factory

15. Ulmer Gespräche zum Thema „Industrie 4.0“ – Erfahrungsberichte aus der Praxis belegen die großen Potenziale der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Schwarmintelligenz für die Smart Factory

Prof. Dr. M. ten Hompel, Prof. O. Herkommer, S. Anhalt, T. Kreis, G. Krenz [v l n r] (Bildquelle: Bettina Theisinger)

Zum 15. Mal hat die Ingenics AG Entscheider aus der Wirtschaft zu den „Ulmer Gesprächen“ eingeladen. Im Stadthaus am Münsterplatz begrüßte CEO Prof. Oliver Herkommer am 8. Oktober über 170 Führungskräfte aus deutschen Unternehmen. Unter der Überschrift „Industrie 4.0 – Vom Nebeneinander zum Miteinander von Mensch und Maschine – Effizienzsteigerung durch mehr Intelligenz in Prozessen und Systemen“ schlug das technische Beratungsunternehmen mit drei richtungsweisenden Fachvorträgen den Bogen vom Anwender, der sehr konkrete Vorstellungen von Industrie 4.0 hat und bereits Erfolge melden kann, über den speziellen, gleichwohl hochinteressanten Bereich der Logistik zum Ausblick auf das Potenzial der Hard- und Softwareentwicklung, die auf die Anforderungen der Industrie 4.0 zugeschnitten werden muss.

Die Auseinandersetzung mit „Industrie 4.0“ sei so aktuell und spannend, dass die Ingenics AG erstmals einen thematischen Schwerpunkt für zwei Jahre in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation und Veranstaltungen gestellt hat. „Im vergangenen Jahr konnten wir mit unserer großen Studie zur Auswirkung von Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt auch zeigen, dass Deutschland alle Voraussetzungen dafür mitbringt, zum Leitmarkt für wichtige Industrie 4.0 Elemente zu werden“, erklärte Prof. Herkommer. Dass er nun Montagetechnik, Logistik und IT in den Fokus stellt, begründete das Vortragsprogramm dieser 15. Ulmer Gespräche. Weil es bereits Unternehmen gibt, die längst über die ersten Erfahrungen mit Industrie 4.0 hinaus sind, sieht sich Ingenics bei der Entscheidung, neue Beratungsprodukte zu entwickeln, bestärkt. Neben der bereits in Projekten erprobten Strategy Roadmap stehen die Mensch-Roboter-Kollaboration und das Thema Big-Data-Analysen – zum Beispiel für komplexe mehr-stufige Logistikketten – im Mittelpunkt.

„Industrie 4.0 ist bereits möglich und umgesetzt“

Nach der Vorlage Prof. Herkommers übergab die SWR Hörfunkredakteurin Stefanie Anhalt, die Ingenics erneut als Moderatorin engagiert hatte, das Mikrofon an den Vertreter eines der beim Thema Digitalisierung am weitesten fortgeschrittenen Unternehmen: Günter Krenz, Technischer Leiter Montagetechnik und Werksleiter bei Bosch Rexroth Stuttgart. Sein Team war vor einem dreiviertel Jahr mit dem von der Fachzeitung Produktion ausgelobten Industrie 4.0-Award für beste Vernetzung von Mensch, Maschine und Prozess ausgezeichnet worden. Die Montagelinie im Werk Homburg/Saar gilt als wegweisend für die praktische Umsetzung von Industrie 4.0 und führte bereits zu signifikanten Produktivitätsverbesserungen. Sie hat bereits Vorbildcharakter für weitere Standorte und auch andere Unternehmen. In einem einzigen Wertstrom werden mehr als 200 verschiedene Hydraulikventile zusammengebaut. Über einen RFID-Chip am Werkstück erkennen die neun intelligenten Stationen der Linie, wie und in welchen Arbeitsschritten die Produkte montiert werden müssen. Displays liefern den Mitarbeitern die Arbeitsanweisungen für die gerade zu bearbeitende Variante. Die Linie vernetzt Mensch, Maschine und Produkt unter den Bedingungen einer flexiblen Großserienproduktion. „Damit können wir wirtschaftlich eine Vielzahl individueller Produkte bis zur Losgröße 1 herstellen“, erklärte Günter Krenz. „Wir haben Industrie 4.0 von Anfang an begleitet; bei Bosch laufen derzeit 50 Pilotprojekte.“ In den 265 Bosch-Werken weltweit soll nun darauf geachtet werden, dass der Mensch als Akteur im Mittelpunkt bleibt und durch schnelle Vernetzung, digitales Lebenszyklusmanagement, verteilte Intelligenz, virtuelle Echtzeitabbildungen etc. in einem sicheren Wertschöpfungsnetzwerk arbeitet. „Industrie 4.0 ist bereits möglich und umgesetzt“, schloss Krenz selbstbewusst. „Wir stellen eine Leistungssteigerung von 20 Prozent fest.“

Schwärmen für Industrie 4.0

In seinem Vortrag „Logistik 4.0 – Revolution? Revolution!“ gab der Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik, Prof. Dr. Michael ten Hompel, einen beeindruckenden Ausblick auf die bevorstehenden Veränderungen in einem Bereich von umfassender Bedeutung: „Logistik ist ein alles Physische und seine Bewegung durchdringendes Prinzip.“ Dass sie außerdem inzwischen die drittgrößte Branche in Europa ist, die allein in Deutschland im vergangenen Jahr über 100.000 neue Stellen geschaffen hat, unterstreicht ihre Bedeutung. Beim Übergang zur Servicegesellschaft müsse sich die Menschheit mit der Frage auseinandersetzen, welche neuen Herausforderungen durch den Übertrag von Autonomie vom Menschen auf die Maschine entstehen. Man sollte sich damit beschäftigen, was passiere, wenn sich die Systeme im Schwarm organisierten und sich mit der Frage auseinandersetzen, ab welchem Punkt man IT-Systemen ein Bewusstsein zubilligen müsse, meint Prof. ten Hompel. „Wir erleben eine Transformation des Managements bei der Integration von Cyber Physical Systems in der Fertigung, die Dezentralisierung des Datenmanagements wird auch deshalb eine große Rolle spielen, weil das die Daten sicherer macht.“ Die Verbindung von IT und Logistik, so das weniger philosophische Fazit, berge das größte Potenzial für die Zukunft des Standorts Deutschland.

Geschäftsmodelle überdenken und an neue Verhältnisse anpassen

Das Thema Datensicherheit spielte auch im dritten Vortrag „Powered by IT“ eine entscheidende Rolle. Der aus Berlin angereiste IT-Experte Torsten Kreis, bei einem der größten IT-Beratungsunternehmen Europas, Sopra Steria, tätig, holte weit aus und landete ebenfalls beim Thema Schwarmintelligenz. „Wir tun alle gut daran, unsere Geschäftsmodelle zu überdenken und an die neuen Verhältnisse anzupassen, was meint, sie zu erweitern“, so Kreis. Ein gutes Beispiel sei, dass die Business-IT und die Shopfloor-IT schon nicht mehr klar zu trennen seien. „IT, Produktion und Logistik verschmelzen immer mehr, wir brauchen digitale Geschäftsmodelle und Wissenskreisläufe statt die Wiederholung von einfachen Tätigkeiten zu kultivieren.“

In der abschließenden lebhaften Diskussion mit Prof. Herkommer und den Vortragenden spielte der Begriff der „Reife“ eine wichtige Rolle. In der täglichen Beratungsarbeit komme es nun darauf an, welche Lösungen „in der Reife verfügbar“, also sofort einsetzbar seien. Der Wettlauf um vollständige 4.0-Produkte habe begonnen, erklärte Prof. ten Hompel: „Im Mittelstand müssen wir auch mit kleinen Lösungen anfangen, dabei aber immer die IT als eine wesentliche Ressource des Unternehmens begreifen.“ Torsten Kreis meint dasselbe, formuliert es aber deutlicher: „Wir müssen die IT aus dem Keller holen und eigene Kompetenzen aufbauen, anstatt sie weiterhin auszulagern.“ Als noch vor allem über Lean Production gesprochen wurde, habe man sich wenig um die IT kümmern können, stellte Günter Krenz fest – und war sich mit Prof. Herkommer darin einig, dass jetzt gerade in der Verbindung von „Lean“ und IT riesige Potenziale liegen.

„Service darf auch Spaß machen“

Nach den schwergewichtigen Themen rund um Industrie 4.0 war der „Humoreske Einwurf“ von „Deutschlands lustigstem Serviceexperten“ Armin Nagel ein eher entspannender Abschluss. Mit der steilen These „Service darf auch Spaß machen“ leitete der Comedian und „Powerdienstleister“ zum Schlusswort durch den Gastgeber über.

Prof. Herkommer fasste die Diskussionen des Tages in der Erkenntnis zusammen, die frühzeitige Beschäftigung mit Industrie 4.0 habe sich als richtig erwiesen. Nun habe man sich mit den Herausforderungen der digitalisierten Wirtschaft zu beschäftigen, die enorme Chancen biete. Dann bat er zum finalen „Get-together“ mit Musik, „Flying Buffet“ und weiteren angeregten Gesprächen.

Alle Teilnehmer der 15. Ulmer Gespräche bekamen ein Buch mit auf den Weg, das die Ingenics Mitarbeiter Sieghard Schmetzer und Verena Stoker gemeinsam mit Co-Autoren von kab Architekten (Fellbach) soeben veröffentlicht haben: „Bausteine für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung – Der Navigator für den Bauherrn in Gewerbe und Industrie.“

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Fotos bitte abrufen unter info@zeeb.info bzw. Tel. 0711-60707-19

Bildquelle: Bettina Theisinger

Die Ingenics AG ist ein international tätiges innovatives technisches
Beratungsunternehmen, das weltweit erfolgreich führende Unternehmen aus
verschiedenen Branchen bei Planungs-, Optimierungs- und Qualifizierungsaufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette berät.
Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Kernbereichen Fabrik, Logistik und
Organisation. Zu den Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen
Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist die Ingenics AG ein gefragter Partner für die Planung und Realisierung weltweiter Produktionsstandorte,
beispielsweise in Indien, China, den USA und Osteuropa. Derzeit beschäftigt Ingenics 415 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem
Wissensmanagement wurden in über 35 Jahren mehr als 5.100 Projekte
erfolgreich durchgeführt. Ingenics begleitet seine Kunden durch das
komplette Projekt, von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung der
Pläne.

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