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Gut, besser, Öko: Wie Startups den Trend zu mehr Verantwortung nutzen

Es ist noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass Unternehmen auf Nachhaltigkeit setzen. Themen wie Umweltschutz und Verwertbarkeit sind im deutschen Mittelstand nach wie vor Randgebiete. Zwar locken staatliche Förderprogramme mit hohen Beteiligungen zu Energieeffizienzmaßnahmen, die auch von KMU zunehmend genutzt werden, aber nur wenige Betriebe stellen die Ökologie ins Zentrum ihrer Geschäftsidee. Diejenigen, die es doch tun, nutzen damit eine Marktlücke, denn die Nachfrage nach umweltbewussten Alternativen zu herkömmlichen Produkten steigt.

Görlitz, 11. November 2011 (jk)- Sei es durch die Atomkatastrophe in Japan oder durch eine bessere mediale Präsenz: Öko-Geschäftsideen sind zum Trend geworden. Die besten „umweltfreundlichen“ Startups verlassen sich dabei nicht auf das gute Kundengewissen als Kaufgrund, sondern setzen den Hebel dort an, wo naturnahe Verfahren und Materialien auch Preisersparnis und Qualitätssteigerung bedeuten.

So auch der Neu-Ulmer Franchise-Geber BioZell. Mit einem Gemisch aus Zellulose, Quarz und Holzfaser haben die Gründer Mario D“Amico und Nico Sontheimer eine ökologische Alternative zum herkömmlichen Strukturputz entwickelt. Wichtig war ihnen dabei nicht nur die Nachhaltigkeit und Verträglichkeit des Materials beispielsweise für Allergiker, sondern auch eine hohe Qualität und Praktibilität. Einfach aufzutragen musste die Masse sein, diffusionsoffen und preiswert zugleich. Die mehrmonatige Test- und Entwicklungsphase lohnte sich; inzwischen bietet das Unternehmen die Beschichtung in sechs verschiedenen Strukturbildern und mit zahlreichen Designmöglichkeiten an. Das Startup zeigt, dass man für die Vorteile ökologischer Produkte nicht zwingend höhere Verkaufspreise oder Qualitätsverluste hinnehmen muss. Eine gewisse Bereitschaft zu Experimenten sollte für solche Geschäftsideen allerdings gegeben sein.

Dass Öko-Startups aber nicht unbedingt neue Produkte erfinden müssen, um erfolgreich zu sein, beweist der Online-Shop avocadoshop.de. Den aktuellen Webshop-Boom aufnehmend, bietet die Seite als Marktplatz für ökologische und Bio-Produkte unter anderem Mode, Lebensmittel und Lifestyleprodukte an. Angeschlossen an den Shop ist ein Gutschein-System; außerdem können sich Freunde nachhaltiger Konsumkultur über einen Blog und Produktbewertungen austauschen. Eine ähnliche Geschäftsidee liegt der Plattform utopia.de zugrunde, die sich als Produktguide versteht und unabhängige Bewertungen bezüglich der Nachhaltigkeit aller erdenklichen Produkte vergibt: Wer also auf der Suche nach dem umweltfreundlichsten Fernseher, dem strahlungsärmsten Handy oder der „grünsten“ Hausbank ist, sollte sich hier umsehen.

„Der Öko-Trend ist bei der neuen Gründergeneration beliebt, weil er ihre eigenen hohen Ansprüche an ihre Umwelt widerspiegelt“, erklärt Andreas Schilling, Gründungsberater und Geschäftsführer der Unternehmerplattform www.businessplan-experte.de. „Außerdem gibt es hier noch ausreichend Marktnischen für originelle Startups, so dass man nicht gleich groß starten muss, um dem Konkurrenzdruck standzuhalten. Wichtig sind eher die Originalität und der Nutzen der Geschäftsidee. Das Produkt oder die Dienstleistung muss gut sein – ein grünes Image allein genügt nicht.“

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